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"Man muss sich schlau machen und muss sich einmischen. So können wir auch von unten Dinge bewegen, ohne auf die "da oben" warten zu müssen."

Prof. Dr. Mojib Latif, beteiligter Experte im Schuljahr 2012/13

Schüler*innen werden zu Wissenschaftler*innen – Mit Masken auf den Spuren des Klimawandels

Dieses Schuljahr wurde die Forschungs-Bildungs-Kooperation k.i.d.Z.21 – kompetent in die Zukunft durch den Ausbruch des Covid-19 Virus mit erschwerten Bedingungen konfrontiert. Die Pandemie hat sowohl die teilnehmenden Schulen, als auch die Universität Innsbruck (UIBK) vor neue organisatorische Herausforderungen gestellt. Während der Auftakt des Projektes, die Kick-Off Veranstaltung gegen Ende des letzten Jahres, noch in gewohnter Weise stattfinden konnte, wurde die Entwicklung der individuellen Projekte der Schüler*innen im Laufe des Schuljahres durch Ausgangsbeschränkungen und Homeschooling erschwert. Die Forscher*innen Woche, die am Ende des Schuljahres normalerweise das Highlight für die Schüler*innen darstellt, musste für die meisten teilnehmenden Schulen abgesagt werden. Während der Forscher*innen Woche bekommen die Schüler*innen die Möglichkeit, in einem authentischen Lernsetting gemeinsam mit Expert*innen und lokalen Partner*innen, den Klimawandel in seinen verschiedenen Facetten zu erforschen.

Da die Zahl der Neuinfizierten aufgrund der strengen Maßnahmen während der Sommermonate nachgelassen hat, waren wir, die Organisator*innen und Wissenschaflter*innen der Arbeitsgruppe Education and Communication for Sustainable Development der UIBK, froh, dass zumindest eine Forscher*innen Woche mit der HBLW Linz in Schladming durchgeführt werden konnte. Die Forscher*innen Woche wurde den geltenden Bestimmungen und Regelungen durch Covid-19 entsprechend so verändert, dass die Vorsichtsmaßnahmen eingehalten werden konnten und somit das Risiko einer Ansteckung für alle Beteiligten minimiert wurde. Es gibt keine Herausforderung, von der man nicht lernen kann.

Wir haben vier schöne Tage, reich an Erfahrungen in Schladming und Umgebung verbracht. Neben den Zusammenhängen von Klimawandel, Gletscher, Umweltethik und Tourismus, und den lokalen Auswirkungen des Klimawandels, haben die Schüler*innen, Lehrerinnen und wir viele verschiedene Perspektiven kennengelernt und einiges über Solidarität gelernt. Die Schüler*innen haben nicht nur zusammengehalten, indem sie in den Seminarräumen und in der Jugendherberge immer Masken trugen, sondern sie haben sich auch bei der kräftezehrenden Wanderung in strömendem Regen während der Umweltethik Station gegenseitig unterstützt und motiviert.

Philosophieren über den Klimawandel (Foto: Angelina Klein)

Nach der Begrüßung am ersten Tag wurden Daten zu den Prä-Konzepte der Schüler*innen zum Thema Klimawandel in verschiedenen gesellschaftsrelevanten Bereichen erhoben. Am zweiten Tag ging es mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Dachstein bzw. zum Schladminger Gletscher. Während der Gletscherstation und der nahegelegenen Umweltethikstation entwickelten die Schüler*innen ihre ersten eigenen Forschungsfragen und gingen diesen vor dem Hintergrund des Klimawandels auf die Spur.

Dem Klimawandel auf der Spur (Foto: Angelina Klein)

Dabei wurden sie von einem Glaziologen und einer Expertin für Umweltethik unterstützt. Am dritten Tag, durchliefen die Schüler*innen in Kleingruppen die verschiedenen Phasen der Tourismusstation in Schladming. Nach der Entwicklung von Forschungsfragen machten sie sich in der Stadt auf den Weg Einheimische und Tourist*innen zu befragen, um Antworten auf ihre Fragen zu bekommen. Am Ende des Tages diskutierten wir gemeinsam ihre Eindrücke und ihre Ergebnisse. Zusätzlich fragten wir ihre Post-Konzepte zum Klimawandel ab, um herauszufinden, ob sich über die Tage etwas in ihrer Einstellung und Perspektive zum Klimawandel verändert hat.

Am letzten Tag, dem Synthesetag, bekamen die Schüler*innen die Möglichkeit mit zwei Stakeholdern der Region, dem technischen Leiter der Bergbahnen, sowie der Büroleitung des Tourismusverbandes Schladming, ihre Eindrücke und Perspektiven auszutauschen und auf offene Fragen eine Antwort zu bekommen. Die Forscher*innen Woche wurde mit einem Interview der Schüler*innen und einer Verabschiedung beendet.

Alle Schüler*innen können sehr stolz auf sich sein, die durch das Wetter herausfordernde Wanderung während der Umweltethikstation und der Kälte am Gletscher getrotzt zu haben. Doch nicht nur das, wir sind uns sicher, dass sie alle viel Neues erfahren haben und immer noch über den Klimawandel philosophieren und darüber nachdenken wie sie in ihrem eigenen Leben zum Klimaschutz beitragen können.