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"Der Kick-off Workshop, an dem ich mitwirkte, war für mich eine Bereicherung, weil ich mit aufgeschlossenen, engagierten und gut informierten SchülerInnen arbeiten konnte, die sich mit großem Interesse und strukturiertem Wissen beteiligten."

Prof. Dr. Ottmar Edenhofer, beteiligter Experte im Schuljahr 2014/15

KIDZ PAZ-NOWn

Bergregionen, wie die europäischen Alpen, sind besonders komplexe und empfindliche Ökosysteme mit ähnlich vielschichtigen Mustern des Zusammenspiels zwischen Mensch und Umwelt. Das Paznauntal in Tirol kann auf eine Geschichte von extremen Wetterereignissen und Naturgefahren zurückblicken, insbesondere Überschwemmungen und Lawinen, wie das gewaltige Lawinenereignis von Galtür 1999 oder das verheerende Hochwasser 2005. Zusätzlich ist es durch Epidemien und Pandemien geprägt, z.B. die Pest und in jüngster Zeit durch den Ausbruch der COVID-19-Pandemie.

Ob und wie sich Individuen und Gemeinschaften von solchen Extremereignissen erholen, hängt entscheidend von ihrer Resilienz – die Fähigkeit, Herausforderungen und Aufgaben mit vorhandenen, persönlichen Ressourcen zu meistern.

Das Projekt KIDZ PAZ-NOWn zielt darauf ab, durch Zusammenarbeit zwischen Forschung und Bildung die Resilienz der BewohnerInnen im Paznauntal im Hinblick auf potenzielle klima- und wasserbedingte Gefahren in der nahen (2021-2050) und fernen (2071-2100) Zukunft zu stärken. Beteiligt werden verschiedene Personengruppen unterschiedlichen Alters, Perspektiven, Erfahrungshorizonten und Lebensbedingungen mit besonderem Augenmerk auf junge Menschen (SchülerInnen), die von den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts am stärksten betroffen sein werden. Aber auch VertreterInnen von gefährdungsrelevanten Institutionen (z.B. lokale Rettungskräfte) sowie aus der lokalen Gemeindeverwaltung sind involviert.

Im dreijährigen Projekt wird zudem ein inter- und transdisziplinäre Forschungsansatz verfolgt, indem die Disziplinen der Hydroklimatologie mit Verhaltensmedizin und Bildung für nachhaltige Entwicklung verbunden werden. Insbesondere werden dabei klima- und wasserbezogene Gefahren aus aktuellen Klimaprojektionen sowie aus späteren hydrologischen Simulationen für die Untersuchungsregion abgeleitet und durch die Erfahrungen der lokalen Bevölkerung im Rahmen eines gemeinsamen Lernprozesses ergänzt, indem z.B. gemeinsam gefährdungsrelevante Indikatoren oder „Was-wäre-wenn-Szenarien“ möglicher zukünftiger Landnutzungsänderungen definiert werden.