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"Der Kick-off Workshop, an dem ich mitwirkte, war für mich eine Bereicherung, weil ich mit aufgeschlossenen, engagierten und gut informierten SchülerInnen arbeiten konnte, die sich mit großem Interesse und strukturiertem Wissen beteiligten."

Prof. Dr. Ottmar Edenhofer, beteiligter Experte im Schuljahr 2014/15

Alle Jahre wieder: Forscherwoche des KvC Eggenfelden in Obergurgl

Traditionelle Mitte Juli (15.07-19.07.2019) machten sich die SchülerInnen der k.i.d.Z.21-Pilotschule KvC Eggenfelden auf den Weg nach Obergurgl. Auf dem Programm der Forscherwoche standen dabei nicht nur Stationen zu den Themenbereichen „Gletscher“, „Boden“, „Tourismus“ und „Umweltethik“, sondern auch ein abwechslungsreiches Abendprogramm sowie ein diskussionsreicher Synthese-Tag.

Hoch hinaus ging es gleich zu Beginn der Forscherwoche: Auf der Hohen Mut skizzierten die Jugendlichen das Gelände – einmal mit Blick auf den Gaisberg- und Rotmoosferner und einmal mit Blick auf Obergurgl. Diese beiden „Welten“ konnten die SchülerInnen dann an den darauffolgenden Tagen noch näher erforschen und erkunden. Zum einen begaben sie sich bei der Gletscherstation auf eine Zeitreise ins Jahr 1850 und konnten damit nachvollziehen, wie sich der Gaisbergferner seitdem entwickelt hat. Der starke Rückzug wurde für die SchülerInnen auch durch die k.i.d.Z.21-Markierung der vergangenen Jahre besonders eindrücklich.

Zum anderen beschäftigten sich die SchülerInnen bei einer weiteren Station mit dem Tourismus in Obergurgl. Im Austausch mit den ExpertInnen entwickelten die SchülerInnen Forschungsfragen zum Themenfeld „Tourismus und Klimawandel“, die sie im Anschluss u.a. durch Interviews mit HotelbesitzerInnen, TouristInnen und Einheimischen, aber auch mittels Kartierungen versucht haben zu beantworten. Bei der anschließenden Vorstellung der Ergebnisse überzeugten die SchülerInnen auch durch professionelle Powerpoint-Präsentationen und Plakaten sowie kreative Sketches.

SchülerInnen entwickeln im Rahmen der Touriusmusstation Forschungsfragen. Foto: Markl 2019.

Viel Zeit und Raum für die Reflexion der Beziehung zwischen Mensch und Natur ließ die Umweltethikstation. Beim s.g. Emotional Mapping durch den Zirbenwald sollten die SchülerInnen ihre Sinneseindrücke festhalten. Was sehen, hören, schmecken, fühlen und riechen wir? Wo fühlen wir uns wohl und sicher, wo nicht? waren dabei einige der leitenden Fragen. Anschließend diskutierten die Jugendlichen gemeinsam mit den ExpertInnen das Verhältnis von Mensch und Natur, wobei dokumentiert wurde, wie sich die Beziehung derzeit gestaltet („Ist-Zustand“) und wie diese nach Ansicht der SchülerInnen aussehen sollte („Soll-Zustand“). Konkretisiert und vertieft wurde das Ganze anhand der Auseinandersetzung mit dem Fallbeispiel „Gurgler Ache“. Hierbei geht es um die Frage, ob man entweder für die Umleitung von Wasser aus der Gurgler Ache in das Kaunertal zur Erhöhung der Kapazität des dortigen Kraftwerks stimmt, den Bau eines lokalen Kraftwerks an der Gurgler Ache bevorzugt oder beides ablehnt. Entscheidend dabei war die jeweilige Begründung bzw. die „Regeln“ anhand derer die Jugendlichen ihre Entscheidungen getroffen haben. Die z.T. kontroversen Diskussionen führten einmal mehr vor Augen, dass ein solches Abwägen kein Leichtes ist und es ganz unterschiedliche Sichtweisen auf unser Verhältnis zur Natur gibt.

Wie gestaltet sich die Beziehung zwischen Mensch und Natur? Foto: Allerberger 2019.

Nach den beiden inhaltlich doch recht intensiven Tagen hatten die SchülerInnen beim Synthese-Tag unter dem Motto „Vom Wissen zum Handeln“ die Möglichkeit, das Ganze zu reflektieren und Überlegungen zum konkreten Handeln zu diskutieren. Dabei wurden neben einer Obergurgl-Zeitung und einem Film auch kurze Theaterstücke einstudiert und Projektideen für die nächste Global Climate Change Week (20.07-27.07.19) der #FridaysForFuture-Bewegung entwickelt. Bei einem „Bunten Abend“ wurden dann die Ergebnisse des Tages im Plenum vorgestellt. Während des Schuljahres haben die Jugendlichen außerdem in Kleingruppen Projektarbeiten durchgeführt und die Gewinner wurden im Zuge der Abendveranstaltung geehrt. Darunter war u.a. die Aktion „Bike for Future“, die SchülerInnen dazu animieren sollte, öfter mit dem Fahrrad zu Schule zu fahren. Dabei ist es besonders erfreulich, dass auf das Projekt auch der Bayerische Rundfunk aufmerksam geworden ist.

Nach mehr als drei Stunden Abendprogramm – dem bisher längsten in der k.i.d.Z.21-Geschichte des KvC Eggenfelden – war es Zeit für einen gemütlichen Ausklang der Forscherwoche und fit wollte man für das abschließende Skizzieren auf der Hohen Mut am Freitag auch sein.

Eines steht in jedem Fall fest: Auch im kommenden Jahr wird der „k.i.d.Z.21-Club“ wieder in Obergurgl zusammenkommen – wir freuen uns schon darauf!

Gruppenfoto auf der Hohen Mut. Foto: Schmid 2019.

Wir bedanken uns bei allen ExpertInnen und Studierenden für die hervorragende Unterstützung, ohne die das Projekt nicht in dieser Form möglich wäre.