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"Man muss sich schlau machen und muss sich einmischen. So können wir auch von unten Dinge bewegen, ohne auf die "da oben" warten zu müssen."

Prof. Dr. Mojib Latif, beteiligter Experte im Schuljahr 2012/13

Impressionen/Nachlese

Gemeinsam haben SchülerInnen, LehrerInnen, WissenschaftlreInnen und ProjektmitarbeiterInnen beim k.i.d.Z.21-Austria Symposium die letzten Jahre Revue passieren lassen und einen Blick in die Zukunft geworfen. Vorträge und Workshops setzten Impulse für neue Ideen und gaben Raum, den weiteren Weg zu diskutieren.

Mit der Simulation einer internationalen Klimaverhandlung (Conference of the Parties, COP), geleitet von Claudia Michl und Miriam Schönbrunn des Vereins CliMates Austria und unterstützt von Dr. Renate Christ, langjährige Leiterin des IPCC-Sekretariats in Genf, gelang ein äußerst interaktiver Auftakt der Veranstaltung. Dabei vertraten jeweils 2-3 Personen Länder aus der gesamten Welt, die mit z.T. völlig unterschiedlichen Standpunkten die Verhandlungen aufnahmen. In kontrovers geführten Diskussionen wurde so die zukünftige Klimapolitik auf globaler Ebene debattiert.

Im Zuge der COP-Simulation wird kontrovers diskutiert und über Klimaziele verhandelt. Foto: Stephan Ropac 2018.

 

Prof. Dr. Helga Kromp-Kolb. Foto: Stephan Ropac 2018

Im Zuge der öffentlichen Abendveranstaltung zeigte Frau Prof. Dr. Helga Kromp-Kolb (BOKU Wien) in ihrem Vorttrag deutlich auf, dass der Klimawandel einer der dringlichsten globalen Herausforderungen ist und langfristig eine zentrale Rolle spielen wird. Damit es zu den erforderlichen Veränderungen in einem positiven Sinne kommt, seien einerseits das Problembewusstsein und andererseits das Erkennen von Lösungswegen sowie die Schaffung von Akzeptanz für diese notwendig. Dies erfordert, so Kromp-Kolb, auch unsere Wortwahl zu hinterfragen. So ist beispielsweise der „Verzicht“, mit dem Auto zu fahren, in vielerlei Hinsicht als „Gewinn“ zu bezeichnen. Darüber hinaus hat Frau Kromp-Kolb die Bedeutung des Bildungssektors hervorgehoben, damit entsprechende Veränderungen angestoßen und umgesetzt werden.

 

 

 

Prof. Dr. Ute Stoltenberg. Foto: Stephan Ropac 2018.

Frau Prof. Dr. Ute Stoltenberg (Leuphana Universität Lüneburg) greift diesen Aspekt in ihrem Vortrag auf und betont, dass Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) ein wesentlicher Bestandteil von nachhaltiger Entwicklung ist. Im Sinne einer „Weltsicht“ steht bei BNE dabei die Auseinandersetzung mit globalen Herausforderungen im Zentrum, wobei es explizit nicht um das Lehren und Lernen von reinem Faktenwissen geht, sondern um die Vermittlung von Kompetenzen wie beispielsweise systemisches und vernetztes Denken. Dies setzt mitunter auch voraus, unterschiedliche Sichtweisen und diverse kulturelle Hintergründe zu berücksichtigen und alle Disziplinen bzw. Schulfächer einzubeziehen. Dazu zählt, so Ute Stoltenberg, auch ästhetische, künstlerische Bildung, die eine andere Form der Wahrnehmung schult. Besonders wichtig erscheint ihr, Kinder und Jugendliche zum Handeln zu ermutigen und ihnen Raum und Zeit zur Verwirklichung eigener Projekte zu geben. Schulen versteht Frau Stoltenberg somit als Lern- und Gestaltungsorte, die nicht isoliert stehen sollten, sondern stark auf lokaler Ebene mit Gemeinden und Kommunen zusammenarbeiten.

Beide Referentinnen haben in ihren Vorträgen die Kraft von Visionen hervorgehoben, die mögliche zukünftige Wege und Ziele aufzeigen. Ernsthafte Diskussionen zur Frage „wo wollen wir hin?“ fehlen jedoch laut Einschätzung der beiden Expertinnen derzeit noch.

Nach diesem inspirierenden Auftakt der Veranstaltung gab es am Freitag die Möglichkeit, in Workshops gemeinsam in Kleingruppen auszutauschen. Im Fokus standen dabei die Themen Klimapolitik, Klimawandel und Transformation, Bildung als/durch/für Nachhaltige Entwicklung, die neue Klima- und Energiestrategie der österreichischen Regierung sowie die Reflexion des k.i.d.Z.21-Austria Projekts. Vor allem letzteres ist dabei für die Weiterentwicklung des Projekts von Bedeutung. Diskutiert wurde u.a. über Möglichkeiten einer stärkeren Vernetzung zwischen Schulen, SchülerInnen und LehrerInnen, die Durchführung von wissenschaftlichen Untersuchungen zur langfristigen Wirkung von k.i.d.Z sowie die Frage, wie die Selbstwirksamkeit von Kindern und Jugendlichen noch stärker gefördert werden kann.

Die TeilnehmerInnen des Symposiums diskutieren mit Dr. Renate Christ über internationale Klimapolitik. Foto: Stephan Ropac 2018.

Aufgelockert wurde das Programm am Freitag durch die Vorstellung vier verschiedener SchülerInnenbeiträge, die all im Zuge des k.i.d.Z-Projekts entstanden sind. Den Auftakt bildete der Rapsong des BRG Wiener Neustadt „Generation X“. Beeindruckend war ebenfalls die Vorstellung eines Workshopkonzepts für den Schulgarten Telfs zu den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen von SchülerInnen der HBLFA Kematen. Mit diesem Projekt gingen die Jugendlichen zudem als Gewinner der im Rahmen des Symposiums ausgeschriebenen „Sustainability Challenge“ hervor.

Die SchülerInnen der HBLFA Kematen überzeugten mit ihrem Workshopkonzept zu den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen. Foto: Stephan Ropac 2018.

Unter den Projektvorstellungen waren außerdem die GewinnerInnen des 2. Platzes des letztjährigen Projektwettbewerbs Martin Adam, Anna-Lena Karl und Magdalena Schaitl des KvC-Eggenfelden. In ihrem Video „Kidz for Kids“zur Klimakommunikation für Vorschulkinder erklären sie auf verständliche Art und Weise Ursachen sowie Folgen des Klimawandels und zeigen darüber hinaus Handlungsmöglichkeiten auf. Das Lied „Save“ von SchülerInnen des Gymnasiums Hartberg rundete das Programm ab und bildete so einen musikalischen Ausklang des Symposiums.