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“Die Besonderheit des Projekts liegt im interdisziplinären Ansatz: Naturwissenschaft trifft auf ethische Reflexion."

Mag. Christian Dürnberger, beteiligter Experte seit dem Schuljahr 2013/14

Gurglflash! – Vamos al Obergurgl!

Last but not at least: Vom 16.07 – 20.07.18 stand mit den Geländetagen des KvC – Eggenfelden die letzte von insgesamt acht k.i.d.Z-Forscherwochen in diesem Jahr auf dem Programm. Auch hier wurde wieder viel erforscht, entdeckt, gelernt, nachgedacht und gelacht. Basierend auf der druckfrischen Obergurgl-Zeitung der SchülerInnen geben wir hier einen kleinen, aber feinen Einblick…

Auf ging’s wieder in ein neues Abenteuer‐Obergurgl! So machten wir uns am Montag zu einer viel zu frühen Uhrzeit auf den Weg ins idyllische Ötztal. Man könnte sich nun fragen, was rund 90 Achtklässler mit neun Lehrern und neun P‐Seminar‐Schülern eine Woche lang in den Alpen machen. Diese Klassenfahrt am Ende des Schuljahres ist zwar das Ende, aber ohne Frage auch das Highlight des Kidz‐Projektes in der 8. Klasse unseres Gymnasiums. Das ganze Jahr über haben wir schon unzählige Vorträge von Experten über den Klimawandel gehört und uns intensiv mit unserer Umwelt beschäftigt. Aber auf die Woche in Obergurgl haben wir uns alle am meisten gefreut. Dass das alles doch nicht so chilli‐willi wird, wie wir alle dachten, konnten wir ja noch nicht ahnen.

Zusammenfassend kann man sagen: In Obergurgl hatten wir Hardcore‐Spaß, sind viel gewandert, haben sehr viel gegessen und sehr sehr wenig geschlafen.
(Auszug Obergurgl-Zeitung 2018)

Auf die Hohe Mut …
… ging es gleich am ersten Tag nach der Ankunft, um eine Skizze vom Tal anzufertigen und sich fünf Fragen zu überlegen, die jede(r) SchülerIn für sich im Zuge der Forscherwoche gerne beantworten möchte. Auf dem Weg zurück ins Universitätszentrum Obergurgl ging es unter anderem auch durch den Zirbenwald, der vor allem bei der Umweltethikstation an den weiteren Tagen eine wesentliche Rolle spielt. Bei dieser Station reflektierten die Jugendlichen darüber was es im Sinne der Ethik heißt, sich „gut und richtig“ zu verhalten und wie sich das Verhältnis zwischen Mensch und Umwelt gestaltet. Hierfür erstellten die SchülerInnen in Kleingruppen „Mensch-Umwelt-Modelle“ – aufgrund der unterschiedlichen, vielfältigen Sichtweisen waren die Resultate höchst verschieden und intensive Diskussionen über den geplanten Ausbau des Wasserkraftwerks „Gurgler Ache“ folgten.

Skizzieren auf der Hohen Mut (Foto: Allerberger)

Der Tourismus …

… wurde bei einer weiteren Station in Blick genommen, wobei unter anderem ein Blick in die Vergangenheit geworfen wurde: Von der Terrasse des Uni-Zentrums aus wurde mit einer 100 Jahre alten Postkarte das damalige und heutige Ortsbild verglichen. Fazit der SchülerInnen: Drastische Veränderungen der Bebauung sowie der Infrastruktur, welche im Wesentlichen auch auf die touristische Entwicklung von Obergurgl zurückzuführen sind. Grund genug, um den möglichen Zusammenhängen von Klimawandel und Tourismus mit Forschungsfragen, die die Jugendlichen gemeinsam mit dem Experten Prof. Dr. Schmude entwickelt haben, auf den Grund zu gehen. Mit Interviews und Befragungen in Restaurants, dem Tourismusbüro sowie Lebensmittelgeschäften sowie generellen Beobachtungen wurden Daten erhoben, ausgewertet und anschließend im Plenum diskutiert.

Der 3000er ruft!

Unter diesem Motto machte sich eine Gruppe im Rahmen der Vegetationsstation auf den Weg zum Wurmkogl und nahm so den 3000er in Angriff. Auf dem Weg zum Gipfel entwickelten die SchülerInnen Forschungsfragen, die sie an drei verschiedenen Standorten in unterschiedlicher Höhe versuchten zu beantworten. Ausgestattet mit Lupen, Temperaturmessern und Bestimmungsbüchern stürzten sich die Jugendlichen in das „Vegetations-Vergnügen“. Nicht z kurz kam Ende die Diskussion über die Folgen, welche der Klimawandel für die Vegetation mit sich bringt und vor allen in den sensiblen Gebirgsregionen besonders sichtbar wird.

Anstrengend, aber geil!

… War das Fazit der Gletscherstation inklusive der Begehung des Gaisbergferners. Los ging es, mit einer ordentlichen Portion Motivation im Gepäck, bereits um 8:00Uhr morgens – für den ein oder anderen sportlich-früh… Auf dem Weg ins Tal es, einen Blick in die Vergangenheit zu werden und anhand von diversen Materialien und den Spuren im Gelände herauszufinden, wo die Gletscherzunge 1850 und 1920 lag.

Auf dem Gaisbergferner (Foto: Allerberger 2018)

 

Gletscher hautnah … (Foto: Allerberger 2018)

Besonders eindrücklich war es auch, die „k.i.d.Z-Markierungen“ der Gletscherständer der vergangenen Jahre in Relation mit dem jetzigen zu sehen. Dies führte allen den rasanten Rückgang der Gletscher vor Augen, zurückzuführen auf den von uns Menschen verursachten Klimawandel. Dieses doch eher bedrückende Gefühl wurde noch verstärkt, als die Gruppe sich in mehreren Seilschaften über den Gletscher ging: von überall her hörte man das Wasser schmelzen, topfen, fließen, rauschen. Als Prof. Hans Stötter dann noch erklärte, dass der Gletscher im Vergleich zum letzten Jahr erneut wieder einen enormen Teil seiner Masse verloren hat, löste dies bei so mach einem/einer SchülerIn ein „ja leck is des krass-Gefühl“ aus.

 

 

 

In einer ExpertInnen-Runde …

… am Donnerstagvormittag wurden die Erkenntnisse und Eindrücke der vergangen Tage in großer Runde nochmals zusammenfassend diskutiert, bevor es am Nachmittag mit der Erarbeitung von kreativen Projektbeiträgen bei den „Bunten Abend“ ging. Die Köpfe rauchten, als die SchülerInnen Videos drehten, Gedichte reimten, Lieder komponierten oder Fototagebücher erstellen.

Bevor jedoch am Abend die Beiträge im Plenum vorgestellt wurden, galt es, die diesjährigen Sieger der Projektbeiträge zu küren. Die Auswahl standen jeweils die vier Klassensieger, wobei alle so hochkarätig waren, dass die Auswahl keineswegs leicht viel. Am meisten überzeugen konnte schließlich das Projekt „Rettet die Bienen“ von Alexandra Berger und Leon Schwab. In eine ähnliche Richtung ging das Projekt von Max Schemmer und Michael Hamann, die eine Hummelburg bauten. Mit den Vor- und Nachteilen von Elektroautos beschäftigten sich Ludwig Schoger und Simon Ochsenbauer. In dem Video von Malin Gaube und Lara Wöllmann kommt es zu einem Dialog zwischen dem US Präsidenten Donald Trump, welcher stellvertretend für alle mächtigen steht, die nicht handeln, und einen Eisbären, welcher die Betroffenen des Klimawandels repräsentiert.

Die SiegerInnen der diesjährigen Projektbeiträge werden geehrt (Foto: Allerberger 2018)

Nach einer kurzen Verschnaufspause ging es schließlich mit der Vorstellung der kreativen Beiträge los. Mit liebevoll zusammengestellten Fototagebüchern konnte man die vergangenen Tage Revue passieren lassen. Auch ließen Gedichte wie dieses alle ein wenig schmunzeln:

Am Montag standen wir früh auf,
denn wir fuhren hoch hinauf.
Und dann endlich angekommen,
wurd‘ die Hohe Mut erklommen.

Am Mittwoch bestiegen wir den Gletscher,
da hörten wir vom Bach Geplätscher.
Der Weg dorthin war sehr, sehr weit,
dafür brauchten wir ganz viel Zeit.

Mit Experten wurde heut‘ gesprochen,
wir stellten Fragen ununterbrochen.
Nachmittags wurden wir kreativ,
was bei uns persönlich sehr gut lief.

Allerdings haben sich nicht nur die SchülerInnen, sondern auch das k.i.d.Z-Team und die LehrerInnen etwas einfallen lassen. So wurde zum einen ein fiktives Gespräch zwischen dem „Zirbenwald“, „Obergurgl“, dem „Wurmkogl“ und dem „Gletscher“ nachgestellt. Zum anderen gaben die Lehrkräfte ihr Gedicht zum Besten:


Am Dienstag is der Gletscher dro
Und aa ´n Wurmkogel greifan’s o
De Kletterer tragn glei 15 Schichten
Um sich gegan Eiswind abzudichten
Sie krabbeln auf den Gipfe nauf
Da reißt de Wolkendeckn auf
Dolomiten in da Sonn san ehrlich krass
Da macht de Kletterei glei vui mehr Spaß
Am Gaisbergferner steigt die Gletschertrupp’n
Marschiert durch Wind und Wolk’nsupp’n
Verwünscht a jede Paus’n
Bibbert bei jeder Jaus’n
Im Eisfeld schmeißt’s de Schüler oan nach’m andern
Mei, is des schee, des Wandern

Damit hat der „Bunte Abend“ seinem Namen alle Ehre gemacht! Ein großer Dank geht an dieser Stelle an das P-Seminar unter Leitung von Simon Schiller, die nicht nur das gesamte Donnerstag-Programm auf die Beine gestellt haben, sondern auch die Abendgestaltung der anderen Tage übernommen haben!

Das Team des k.i.d.Z-P-Seminars (Foto: Allerberger 2018)

Ganz war die Woche allerdings noch nicht vorbei: zum Abschluss ging es am Vormittag es letzten Tages nochmals hoch auf die Hohe Mut. Oben angekommen wurde nochmal fleißig skizziert und darüber reflektiert, welche Fragen im Laufe der Woche beantwortet wurden und welche neuen dazu gekommen sind.

Und dann:

Um 13:30 Uhr fahren die Schüler mit den verschiedensten Emotionen zurück nach Hause.
Manche sind traurig, manche glücklich und manche erleichtert, aber eins steht fest:

Jeder ist dankbar für diese eindrucksvollen Erfahrungen in Obergurgl.
(Auszug Obergurgl-Zeitung 2018)

Ein letztes Mal wird ein Blick von der Hohen in das Richtung Gletscher geworfen (Allerberger 2018)