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„Ich finde es wichtig, weil der Klimawandel meine Zukunft ist und man nur jetzt reagieren kann. Man kann die Vergangenheit nicht verändern.“

Schüler/in der 8.Jahrgangsstufe des KvC-Gymnasiums

Sommer, Sonne, … Schnee!

… das gab es bei der k.i.d.Z.21-Austria Forscherwoche des Aventinus Gymnasiums Burghausen (AVG) in Schladming am Dachstein vom 27.06 – 29.06.2018:

von SchülerInnen der Klasse 8a

Mitten im Sommer machen sich die Schüler des AVG über das sogenannte k.i.d.Z-Projekt in Kooperation mit der Universität Innsbruck auf Spurensuche nach alpenländischer Vegetation und Klimaeigenheiten. Dabei erhalten sie Einblicke in die zukünftigen Veränderungen im Zusammenhang mit den zu erwartenden klimatischen Umwälzungen. Schade, dass das Wetter in diesem Jahr nicht so mitgespielt hat, wie erhofft.

Schladming, zumindest in der Nähe von, auf 1700m Höhe, Ende Juni: Eine eigenartige Gruppe aus Lehrkraft und Schülern pirscht mit Lupen bewaffnet durch den sommerlich-regnerischen Untergrund des vorliegenden Waldgebietes. „Seht ihr dieses seltsame Tier?“, will die Biologie-Lehrerin Frau Spiegel wissen und macht ihre SchülerInnen damit auf den roten Frosch aufmerksam, der kurze Zeit darauf wieder im Gebüsch verschwunden ist.

Die Entdeckungen, die es in den Alpen auf einer Höhe zwischen 1100 und 1800 Metern zu machen gilt, sind ein zentraler Bestandteil des k.i.d.Z-Projektes am AVG. Als praktischer Abschluss zu einer vertieften und fächerübergreifenden Auseinandersetzung mit den Auswirkungen des Klimawandels auf den Alpenraum fuhr die achte Jahrgangsstufe des AVG für 2 1/2 Tage nach Schladming, um sich vor Ort ein Bild vom Umweltprojekt, das alljährlich in Zusammenarbeit mit der Universität Innsbruck durchgeführt wird, zu machen. Neben Referenten der Universität wirkten auch in diesem Jahr verschiedenste Lehrer, vor allem auch der Fachschaft Biologie, mit, ohne die Auswirkungen des Menschen auf dieses Gebiet zu vernachlässigen.

„Glauben Sie, dass der Klimawandel und die Veränderungen hier in Schladming auch mit dem Tourismus zu tun haben?“
– „Darauf möchte ich jetzt nicht antworten. Ich mache hier Urlaub.“

Etwas genervt sind die SchülerInnen schon, wenn sie sich endlich dazu durchgerungen haben, wildfremden Mensch auf der Straße eine Frage zu stellen, um dann ohne Resultat mit einer ablehnenden Haltung vieler Passanten konfrontiert zu werden. Zeigte sich den SchülerInnen in der durchzuführenden Umfrage zum Thema „Auswirkungen des Tourismus auf den alpenländischen Raum“ nicht deutlich die Schizophrenie der Gegenwart im Umgang mit der Natur? Ist es tatsächlich möglich, dass heute noch ein Skifahrer glaubt, er schade der Umwelt durch den Skisport nicht, weil er ja oberhalb einer schützenden Schneeschicht stattfinde? Wie konnte es sein, dass ein nicht unbeträchtlicher Teil der sogenannten aufgeklärten Bevölkerung so unempfänglich für wissenschaftliche Tatsachen im Zusammenhang mit der Zerstörung ihrer so geliebten Landschaft, ist, die, so zeigte es in ihrem Vortrag eine Expertin aus der Universität, nachhaltig vom Tourismus der letzten hundert Jahre in Mitleidenschaft gezogen worden ist? Im Vergleich mehrerer Bilder aus unterschiedlichen Jahrzehnten zeigt sich nämlich der Fortschritt in Bodenversiegelung, Waldschwund und Gletscherückgang so eindrücklich, dass der gelassene, von wirtschaftlichen Imperativen geleitete, Umgang vieler Erwachsener mit diesen Problemen etwas ratlos stimmt.

Das Thermometer zeigt -3°C an, doch die Temperatur fühlt sich dank des Windes deutlich kälter an. Steigt man nämlich an der Talstation zum Dachsteingletscher in eine Gondel, fällt die Temperatur alle 100 Höhenmeter um den Betrag von 1°C, was sich oben „arschkalt“ anfühlt und im Sommer den Aufenthalt auf dem Gletscher merklich abkürzt. Tatsächlich bilden sich im Schneesturm auf den Gesichtern der SchülerInnen kleine Eiskristalle, was sie jedoch nicht davon abhält, mit einer Schaufel ein Schneeprofil abzustechen, um dieses im Anschluss auszuwerten.
Heute kann kein Zweifel mehr daran bestehen, dass die Gletscher, als Wasserspeicher in Form gewaltiger Eismassen in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen sind, was ernsthafte Konsequenzen nicht nur im Zusammenhang mit dem Hochwasserschutz im Tal, sondern auch mit der Festigkeit der Alpen infolge des fehlenden Permafrostes im Gestein, Folgen zeitigen kann bzw. bereits zeitigt.

Dass der Mensch in den letzten 150 Jahren nachhaltig in seine Umwelt eingegriffen hat und diese z.T. so grundlegend verändert, dass eher von einer Umwälzung durch den Menschen als von einem vorsichtig regulierenden Eingriff gesprochen werden muss, hinterlässt bei vielen Schülern einen bitteren Beigeschmack auf dem Weg des Erwachsenwerdens. Dennoch: Wissenschaftlich erhobene Daten sind nicht hintergehbar und gerade dann besonders überzeugend, wenn man einen Einblick in die waltende Vernunft wissenschaftlicher Methodik erhalten hat.
Immerhin öffnet die Einsicht in einen stimmigen Funktionszusammenhang, so die aufklärerische Hoffnung einer jeden wissenschaftlichen Untersuchung, Wege, komplexen Zusammenhängen aus Fehlern aus der Vergangenheit, Problemen der Gegenwart und Risiken für die Zukunft wirksam zu begegnen.