Home

“Das Projekt macht Ethik für SchülerInnen konkret erfahrbar: Es geht nicht darum, den moralischen Zeigefinger zu erheben, sondern strukturiert und im gemeinsamen Austausch über ethische Ungewissheiten unserer Zeit nachzudenken.“

Mag. Christian Dürnberger, beteiligter Experte seit dem Schuljahr 2013/14

„Der Mensch muss Verantwortung übernehmen“: Forscherwoche der Junior-High School Wien in Obergurgl

Ein letztes Mal in diesem Jahr machten sich SchülerInnen auf nach Obergurgl, um sich dort mehrere Tage im Rahmen der Alpinen Forschungswoche (12.09.2017-15.09.2017) im Hochgebirge mit Themen rund um den Klimawandel auseinander zu setzen. Am ersten Tag im Gelände beschäftigten sich die Jugendlichen der Junior-High School aus Wien zum einen mit den Zusammenhängen von Klimawandel und Tourismus. Hierbei entwickelten die SchülerInnen in Kleingruppen gemeinsam mit der Expertin DI Heidi Grüneis von alpS (Innsbruck) eigene Forschungsfragen und konnten diese „im Feld“ versuchen zu beantworten. So führten die jungen ForscherInnen unter anderem Interviews sowohl mit Ortsansässigen als auch TouristInnen durch und erstellten Kartierungen hinsichtlich unterschiedlicher Fragestellungen.

 

Im Rahmen der Umweltethik Station setzen sich die Jugendlichen mit Fragen der Mensch-Umwelt-Beziehungen auseinander (Foto: Allerberger 2017)

Zum anderen standen Fragen der Mensch-Umwelt-Beziehung bei der Umweltethik Station im Zentrum. Dabei merkte man schnell: Umwelt ist nicht gleich Umwelt und kann für jeden einzelnen eine völlig andere Bedeutung haben, sodass auch die Stellung des Menschen jeweils anders gesehen wird. Im Zuge dessen wurde von den SchülerInnen auch das Thema der Verantwortung aufgegriffen und gemeinsam mit dem Experten Dipl. Ing. Armin Winter von der BOKU Wien diskutiert. So wurde zum Beispiel argumentiert, dass sich das „System Erde“ derzeit in einem schlechten Zustand befinde, „weil der Mensch unverantwortlich handelt.“ Nur wenn wir Menschen Verantwortung übernehmen, lässt sich ein „guter Zustand“ erreichen, so die Sichtweise der SchülerInnen. Kritisch beobachtet wurden die Jugendlichen dabei von den (meist) friedvollen und sehr neugierigen Haflingern.

Nachdem man sich am ersten Tag an die neue Umgebung „Hochgebirge“ gewöhnen konnte, ging es für alle SchülerInnen am zweiten Tag Richtung Gletscher. Da das hervorragende Wetter laut Vorhersage im Laufe des Tages durch eine Kaltfront umschlagen sollte, war etwas Flexibilität gefragt und die beiden Stationen „Gletscher“ und „Vegetation“ wurden von den SchülerInnen in

Warm oder kalt? – SchülerInnen schätzen und messen die Temperatur von Eis und Gesteinen (Foto: Allerberger 2017)

einer etwas verkürzten Version durchlaufen. Doch das tat dem Erlebnis, den Gletscher gemeinsam in einer Seilschaft zu begehen keinen Abbruch. Dort, unmittelbar am Gletscher, wurde den SchülerInnen klar, „dass sich der Gletscher echt zurückgezogen hat.“ Bereits im Juli hat eine SchülerInnengruppe aus Eggenfelden das Zungenende des Gletschers markiert – dieses hat sich jedoch innerhalb von nur zwei Monaten um etwa 10m zurückgezogen.

Auf dem Gletscher … (Foto: Allerberger 2017)

Dies ist nur ein kleiner Einblick in die vielfältigen Erlebnisse der Jugendlichen während ihrer Zeit in Obergurgl und Umgebung. Bei einer kurzen Reflexion am Ende der Forscherwoche kam eine Schülerin zu dem Schluss, dass unser Planet wirklich sehr gefährdet sei und „alles jetzt von uns abhängt.“

Mit diesem Gedanken im Hinterkopf geht ein ereignisreiches k.i.d.Z-Jahr zu Ende. Wir bedanken uns bei allen ExpertInnen und Studierenden, die dieses Projekt begleitet und unterstützt haben. Ein großes Dankeschön gilt auch den Unterkünften in Obergurgl (Universitätszentrum), Schladming/Dachstein (JUFA), Pasterze (Glocknerhaus) und im Jamtal (Jamtalhütte)!