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"Die SchülerInnen lernen, dass zentrale gesellschaftliche Herausforderungen nicht von einzelnen Disziplinen bewältigt werden können, sondern dass es hierfür ein Ineinandergreifen unterschiedlicher Perspektiven braucht.”

Mag. Christian Dürnberger, beteiligter Experte seit dem Schuljahr 2013/14

k.i.d.Z.21-Forschungstage des Gymnasiums Feldkirch in der Silvretta

Nach den während des Schuljahres erfolgten Vorbereitungsveranstaltungen nahmen 24 Schüler/innen der Klasse 4C (8. Schulstufe) des Gymnasiums Feldkirch an den k.i.d.Z.21-Projekttagen (04.-05.07.2016) in der Silvretta teil.

Mit Unterstützung von Dr. Nikolaus Schallhart, wissenschaftlicher Koordinator der alpinen Forschungsstelle Obergurgl der Universität Innsbruck, beschäftigten sich die Schüler/innen auf ihrem Weg zur Wiesbadner Hütte in Kleingruppen mit den durch die Höhenlage bedingten Veränderungen bzw. Anpassungsstrategien der Vegetation. Dazu formulierten sie zunächst eigene Hypothesen für mögliche zu beobachtende Veränderungen und erarbeiteten geeignete Forschungsansätze für die Überprüfung dieser Hypothesen. Auf drei Stationen in unterschiedlicher Höhenlage (2050m, 2200m und 2440m) wurden im Verlauf des Tages einfache Bodenprofile gegraben, die Tiefe der Wurzeln ermittelt, Temperaturen gemessen, die Pflanzenvielfalt beschrieben oder die Wuchshöhe von Pflanzen bestimmt.

Bei der letzten Station präsentierten die fünf Kleingruppen ihre Erkenntnisse aus den erfolgten Forschungsarbeiten und stellten einen Vergleich an zwischen Ihren ursprünglichen Hypothesen und den tatsächlich festgestellten Veränderungen. Unter der Leitung von Dr. Nikolaus Schallhart wurden zudem gemeinsam mögliche Veränderungen der Vegetation diskutiert, die sich durch eine klimatische Erwärmung ergeben.

Nach erfolgter Nächtigung auf der Wiesbadner Hütte wanderte die Gruppe in das unmittelbare Vorfeld des Vermuntgletschers. Die Schüler/innen erhielten dabei den Auftrag, nach Spuren des Gletscherrückzuges zu suchen. Die sichtbaren Messpunkte der Gletschervermesser, einzelne Gletscherschliffe sowie frisches Felssturzmaterial konnten als Zeichen für den Gletscherrückzug bzw. für die Temperaturerhöhung der letzten Jahre identifiziert werden. Mit einigen Schritten auf dem untersten Rand des Vermuntgletschers befanden sich alle Schüler/innen das erste Mal in ihrem Leben auf einem Gletscher. Nach erfolgter Rückkehr zur Wiesbadner Hütte erhielten die Schüler/innen den Auftrag, auf dem weiteren Weg anhand einer im Vorfeld im Unterricht selbst erstellten Karte die Seiten- und Stirnmoräne von 1850 des damaligen Vermuntgletschers im Gelände zu bestimmen. Dazu erfolgte über einen Pfad der Abstieg von der Fahrstraße auf den Talboden des Ochsentals. Die klare Veränderung der Vegetation machte eine Bestimmung der Moränen einfach. Vom Talboden aus verglichen die Schüler/innen anhand historischer Fotos die Entwicklung der Ausdehnung des Vermunt- und Ochsentalergletschers von 1920 bis heute. Auf dem Talboden lassen sich zudem ab etwa 2200m die ersten jungen Bäume finden, deren Wuchshöhe talauswärts beständig zunimmt.

Nach erfolgter Bestimmung der 1850er Stirnmoräne wurden mögliche Veränderungen des Erscheinungsbildes dieses Tales bei einer weiteren Temperaturerhöhung und dem damit verbundenen Gletscherrückgang diskutiert. Zudem wurden die von den Schüler/innen bereits im Unterricht an der Schule entwickelten Strategien zur Eindämmung des Klimawandels nochmals thematisiert.

Text: Martin Dür